Jaipur – The Pink City (Stadt des Sieges)

Donnerstag, Dezember 9th, 2010 | In Indien, Jaipur

Jaipur – Wörtlich übersetzt: Die „Stadt des Sieges“ in Rajasthan wurde von Sawai Jai Singh II. ab 1727 als neue Hauptstadt für den Mogulherrscher Aurangzeb gebaut. Sie ist in einem Raster von neun rechteckigen Sektoren angelegt und beherbergt eine Unzahl spektakulärer Kunstdenkmäler. Aufgrund der Farbe vieler historischer Gebäude wird Jaipur heute auch als „Pink City“ bezeichnet.

Palast der Winde - Nichts außer der Fassade

Palast der Winde – Nichts außer der Fassade

Ein Rundgang durch die Altstadt lässt sich hervorragend am Hawa Mahal, dem „Palast der Winde“ beginnen. Das fünfstöckige, 1799 erbaute, Lustschloss der Rajputenfürsten besticht durch seine aufwendigen Verzierungen und seine wabenartige Fassade aus rötlichem Sandstein. Es ermölichte den Haremsdamen, durch die vergitterten Fenster, den Umzügen und dem Treiben auf den Straßen zuzusehen, ohne selbst beobachtet zu werden.

Von hier aus geht es um den Bad Chaupar, den „Großen Platz“ auf den Johari Bazaar. Hier findet der Besucher alles was das Herz begehrt – sei es nun Gemüse oder aber Edelsteine. An der Flanke des Bazaars befindet sich die Jami Masjid, eine ebenfalls in rosa-rot gehaltene Moschee mit schönen schlanken Minaretten und einer dreistöckigen Rundbogenfassade. Einige Meter weiter biegen wir rechts ab in die Gopalji Ka Rasta und folgen dieser bis zur Ecke Chaura Rasta, in die wir rechts einbiegen. Hier bieten die Händler in ihren überbordenden Auslagen Keramikwaren aller Art an: Statuen, Glocken, Urnen und und und. Am Ende der Straße eröffnet sich uns nun, auf der gegenüberliegenden Seite des Tripolia Bazzars, das 1734 erbaute Tripolia Gate, welches den Haupteingang zum City Palace bildet. Zur Linken werfen wir noch einen Blick auf das Ishwar Lat, ein von Ishwari Singh, zur Erinnerung an den Sieg über seinen Stiefbruder, errichteten Turm und wenden uns dann der Besichtigung des Palastes und des in ihm untergebrachten Museums zu. Der Palast selbst war seit dem 18. Jahrhundert Herrschersitz und bietet eine exzellente Mischung aus Rajputen- und Mogularchitektur auf. Das Museum ist aber nicht einzig aufgrund seiner Architektur sehenswert, sondern auch wegen seiner reichen Sammlung an Schätzen aus dem Besitz der Herrscher, wie Kleidung, Waffen, Statuen etc. Eine Besonderheit und ein echtes Superlativ sind die zwei silbernen Urnen Diwan-i-Khas – laut Guinnessbuch der Rekorde die größten Silberobjekte der Welt!

Ebenfalls auf dem Gelände des Palastes und auch ebenso sehenswert ist das Jantar Mantar, das größte der von Swai Jai Singh II., einem begeisterten Astronomen, angelegten Observatorien. Die Anlage mit ihren geometrischen Instrumenten, wirkt eher wie ein futuristischer Skulpturenpark und schlägt jeden Besucher mit Sicherheit in ihren Bann. Zur Zeit ihrer Entstehung sollten die Instrumente Dürreperioden oder die Stärke des Monsuns voraussagen (teilweise werden sie auch heute noch dafür genutzt!) – und da Jai Singh glaubte, dass besonders große Instrumente besonders genaue Ergebnisse liefern, gerieten die Geräte so beeindruckend, wie wir sie heute sehen.

Wenn noch ein wenig mehr Zeit für Jaipur vorhanden ist, bietet sich ein Besuch des etwa acht Kilometer nördlich gelegenen Jal Mahal an. Der Wasserpalast wirkt während der Monsunzeit, als treibe er auf den Fluten des ihn umgebenden Sees. Ebenfalls sehr sehenswert ist außerdem die religiöse Anlage von Galta, zehn Kilometer südöstlich der Stadt. Von den Höhen der Schlucht, in der diese liegt, bietet sich ein wunderbarer Blick zurück auf „Pink City“.

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